Taschenuhren – Ein Relikt längst vergangener Zeit?

| 16. Mai 2013 | Kommentare (0)

Wenn wir “Taschenuhr” hören, denken die meisten von uns sicherlich an längst vergangene Zeiten, an englische Gentlemen mit Schirm, Charme und Melone, vielleicht noch an frühe Kindertage und die Taschenuhr des eigenen Großvater.

Aber da hört es für viele schon auf. Ganz ehrlich, haben Sie selbst schonmal eine Taschenuhr besessen? Oder (die jüngeren unter uns) schonmal eine in Natura gesehen? Und ich meine jetzt nicht im Museum, sondern in “freier Wildbahn”? Sie mögen zwar der Dinosaurier unter den Zeitmessern sein, aber noch sind Taschenuhren nicht ganz ausgestorben. Einige haben noch ein altes Erbstück zuhause. Oder haben gar angefangen, Taschenuhren zu sammeln.

Auch wenn Taschenuhren auf den ersten Blick recht ähnlich scheinen, so gibt es doch verschiedene Typen von Taschenuhren und sie variieren in Ausführung, Detaillierung und Material. Taschenuhren waren sehr beliebt und ein Zeichen von Wohlstand von ihren Anfängen im 17ten Jahrhundert bis zu ihren Abstieg und sukzessiven Austausch gegen Armbanduhren in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhundert. Die meisten Taschenuhren sind rund und werden an Kette oder Anhänger getragen.  Bei dreiteiligen Anzügen haben noch heute viele Jacken und Westen eine Uhrentasche speziell für die Taschenuhr.

Welche Arten von Taschenuhren gibt es?

Ganz egal, ob Sie Taschenuhren sammeln wollen oder ob Sie eine Taschenuhr geerbt haben und etwas mehr darüber erfahren wollen, zuerst sollten Sie wissen, welche Arten von Taschenuhren es gibt und identifizieren, welche Art von Taschenuhr Sie haben:

Die Savonette-Taschenuhr (auch Sprungdeckel Taschenuhr): Diese Form der Taschenuhr hat einen geschlossenen Deckel, welcher das Glas des Ziffernblatt schützt. In der Regel öffnet sich der Deckel zur Seite, mit dem Verschluss auf drei Uhr und dem Anschlag auf neun Uhr.

Die Halbsavonette-Taschenuhr: In ihrer Bauform ist die Halbsavonette eine Savonette-Taschenuhr , allerdings ist der mittlere Teil des Deckels durch Glas ersetzt, so dass die Uhrzeit auch gelesen werden kann, ohne dass der Uhrendeckel geöffnet werden muss. Oftmals sind auf der Aussenseite die Stunden nochmal mit aufgezeigt, um das Ablesen der Uhr durch das Glas zu vereinfachen.

Die Lépine-Taschenuhr: Die Lépine-Taschenuhr (so benannt nach dem französischen Uhrmacher Jean Antoine Lépine) hat im Gegensatz zur Savonette und Halbsavonette keinen Sprungdeckel. Sie ist flacher gebaut, dank unterschiedlicher Anordnung des Uhrwerks und der Sekundenanzeige. Üblicherweise wurden Lépine-Taschenuhren als Frackuhren verwendet.

Die Flieger-Taschenuhr: Die Flieger-Taschenuhr hat ein um 180 Grad gedrehtes Ziffernblatt, so dass man sie über Kopf aufhängen kann und dennoch die Uhrzeit richtig herum ablesen kann.

Ungewöhnliche Taschenuhr Formen

Abgesehen von den klassischen, oben genannten, Taschenuhr Formen gibt es noch einige etwas ungewöhnlichere Formen.

Die 24 Stunden Taschenuhr ist eine recht modern Taschenuhr, welche statt der üblichen 12 Stunden Einteilung eine 24 Stunden Einteilung hat. Diese Form ist gerade bei Piloten beliebt, die beim Flug Zeitzonen überqueren.

Die Skelett-Taschenuhr: Nein, keine Sorge, hier sehen Sie nicht Knochen und Totenkopf, vielmehr ist das Skelett der Uhr (also das Uhrwerk) sichtbar. Ein Ziffernblatt aus klarem Glas ermöglicht den Einblick in das Innere der Uhr. Diese Form der Taschenuhr war besondern im 19ten Jahrhundert beliebt.

Die Musik-Taschenuhr wurde Anfang des 18ten Jahrhundert entwickelt. Sie konnte so eingestellt werden, dass sie eine Melodie entweder zu bestimmten Zeiten oder per Knopfdruck spielte. Unter anderem Mozart komponierte Stücke exklusiv für die Musik-Taschenuhren.

Die emaillierte Taschenuhr ist bei Sammlern sehr beliebt. Das Innere des Uhrengehäuse ist mit exquisiten Miniaturen bemalt, gelegentlich wurde auch die Uhr auch aussen bemalt. Diese geschmückte Taschenuhr war besonders bei Damen zu Hofe gefragt.

Welche Materialien werden für Taschenuhren verwendet?

Gerade die alten Taschenuhren wurden sehr oft aus wertvollen Materialien hergestellt und sind und waren wertvolle Zeitmesser. Am üblichsten waren wohl goldene Taschenuhren und silberne Taschenuhren, teilweise aufwendig verziert und mit Edelsteinen geschmückt.

Problem sowohl bei Silber als auch bei Gold ist, dass das Material sehr weich ist und leicht beschädigt werden kann und je reiner das Metall, desto  empfindlicher. Daher wurde mit der Zeit vom puren Gold und Silber abgesehen und statt dessen gefülltes Gold verwendet. Das Uhrgehäuse war nicht länger komplett auf Gold gefertigt, sondern es wurde ein festeres Metall (beispielsweise Bronze) zwischen zwei Lagen Gold gepresst. So waren Aussen- und Innenseite weiterhin Gold, aber das Gehäuse war deutlich stabiler.

Gerade bei alten Gold Taschenuhren und antiken Gold Taschenuhren kann die Form also noch heute gut erhalten sein, aber mit der Zeit hat sich das Gold abgerieben und die darunterliegende Bronzeschicht wird sichtbar… was den Wert der Uhr deutlich schmälert.

Welche Mechanismen gibt es bei Taschenuhren?

Die Standard-Taschenuhr hatte ein mechanisches Uhrwerk, sprich sie musste aufgezogen werden, um zu funktionieren. Dies war die erste und auch häufigste Art von Uhrwerk für Taschenuhren. Zum Aufziehen gibt es spezielle Schlüssel, die oftmals an der Uhrenkette mitgetragen werden.  Antike Taschenuhren, die heute noch ein funktionierendes mechanisches Uhrwerk haben, sind mittlerweile viel Geld wert.

Es gibt auch Taschenuhren, die mit Batterie laufen. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht aufgezogen werden müssen. Aber bei Batteriebetriebenen Taschenuhren kann man davon ausgehen, dass es sich um moderne Uhren handelt, bzw um Kopien alter Taschenuhren. Und diese meist aus billigen Materialien und ohne Edelsteine. Daher sind sie bei Sammlern nicht sehr gefragt und sind recht billig zu haben.

 

Sie sehen, es gibt einige Unterschiede bei Taschenuhren, besonders bei den alten und antiken Taschenuhren aus Edelmetall.

Wenn Sie sich jetzt also fragen “Wieviel bekomm ich für meine alte Taschenuhr?” und eine alte Gold Taschenuhr oder eine alte Taschenuhr aus Silber daheim rumliegen haben, lassen Sie diese doch einfach mal schätzen, um eine Idee zu bekommen, wieviel sie wert ist.


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Category: Lifestyle, Wissen & News

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