Eine kleine Kaffeegeschichte

| 14. November 2012 | Kommentare (0)

Ursprünglich stammt das weltweit beliebte Kaffeegetränk aus Äthiopien, genauer aus der Region um Kaffa und war dort zunächst gar nicht wirklich beleibt, sondern wurde genutzt, um sich bis tief in die Nacht munter zu halten. Zumindest wenn man der Legende Glauben schenken darf, nach der Ziegen die ersten Lebewesen waren, die sich über Kaffeeblüten und den Kaffeefrüchten munter gehalten haben, bis es auch die Menschen ausprobierten. Geschmacklich aber wurde es erst ein Erfolg, als man auch die Rösterei erfand. Angelblich dadurch, dass die Mönche, die sich zunächst mit einem wenig schmackhaften Aufguss begnügten, um länger reden und beten zu können, die Bohnen ins Feuer warfen. Also eigentlich durch Zufall, denn es war wohl ein Akt des momentanen Missfallens, der einen oder mehrere Mönche dazu brachte, die Bohnen auf diese Weise zu „entsorgen“. Doch schon bald darauf sollen sie von dem wohlriechenden Duft gefangen genommen worden sein. Und so wurden fortan die Bohnen zuerst geröstet und dann aufgebrüht. Der Kaffee war erfunden worden. Nach dieser ursprünglichen Zubereitungsart wurden die Bohnen in einer großen Pfanne geröstet, dann im Mörser zermahlen und zerstampft. Das Mahlgut wurde dann zusammen mit Wasser und Zucker aufgekocht und anschließend in kleinen Schalen serviert.

Das soll um das 9. Jahrhundert nach Christus gewesen sein, zumindest stammen aus dieser Zeit die ersten Berichte über Kaffee. Von Äthiopien aus verbreitete sich der Kaffee zunächst in die arabische Welt. Die einen meinen über Sklaven, die anderen über Mekkapilger, womöglich waren beide beteiligt. Die Araber waren es dann auch, die Kaffee an geeigneten Orten anbauten und lange ein Geheimnis draus machten, was ihnen eine Monopolstellung einbrachte. Und so wie der Name Kaffee vermutlich auf die Region Kaffa zurückzuführen ist, stammt der Mokka vom arabischen Handelszentrum Mocha ab. Heute versteht man darunter eine bestimmte Zubereitungsart, wobei diese von der jeweiligen Region abhängig ist. In Deutschland meint man damit den türkischen oder arabischen Mokka, in Österreich ist der schwarze Kaffee ein Mocca und ähnelt dem Espresso. Der türkische Kaffee erinnert noch an die alte Tradition, denn dabei wird der Kaffee zusammen mit Wasser und Zucker erhitzt. Die Türken haben 1517 den Kaffee in ihr Land gebracht, wo er zunächst nur im Palast getrunken wurde, später auch von wohlhabenden Leuten. Entsprechend war der Mokka mit Prunk und Zeremonien verbunden. Schon allein die Tassen waren kleine Prunkstücke. Noch heute sind Mokkatassen ein beliebtes Sammelobjekt, da jede von ihnen ein kleines Kunstwerk darstellt. In Istanbul entstand auch das erste europäische Kaffeehaus. Mitte des 17. Jahrhunderts folgten Kaffehäuser in anderen europäischen Großstädten, Venedig, London, Marseille, Paris, Wien. Über Frankreich gelangte der Kaffee auch nach Deutschland, wo 1673 ebenfalls ein Kaffeehaus eröffnet wurde, und zwar in Bremen. Die Kaffeepflanze gelangte in holländische Kolonien und wurde dort verbreitet. Der Siegeszug des Kaffees war nun nicht mehr aufzuhalten, auch wenn er zwischenzeitlich durch diverse Regelungen und Verbote aus wirtschaftlichen und anderen Gründen gebremst wurde. Heute ist Kaffee nach Erdöl das wichtigste Handelsprodukt. Zubereitet wird er mittlerweile fast überall in Kaffeeautomaten. Brasilien ist mittlerweile der größte Kaffeeproduzent, die größten Kaffeekonsumenten sind die Finnen mit ca. 5 Tassen pro Tag und Person. In Deutschland sind das vier Tassen und damit steht Kaffee in der Beliebtheit noch vor dem Bier.


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Category: Essen & Trinken

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