Nachhilfe – aber richtig

| 14. November 2011 | Kommentare (0)

Ihr Kind ist in einem oder mehreren Fächer schlecht in der Schule? Ist vielleicht sogar die Versetzung gefährdet? Das eigene Lernen mit dem Kind hat bisher kaum etwas gebracht außer vielleicht Streitereien oder Sie haben einfach keine Zeit dafür? Die schulischen Förderkurse bringen nichts oder werden gar nicht erst angeboten?
Dann wird es höchste Zeit für die Nachhilfe. Allerdings steht man hier sofort vor dem nächsten Problem: Der Auswahl des Nachhilfelehrers und des Ortes der Lernhilfe.

Am bequemsten ist dabei natürlich die Online-Nachhilfe. Das Kind kann über das Internet von zu Hause aus jederzeit üben und seine Fortschritte beobachten. Oft sind diese Übungen interessant gestaltet und mit Animationen versehen, was dem Kind das Gefühl des Spielens gibt und wodurch es mehr Interesse am Lernen zeigt. Sie können die Aufgaben mit dem Kind gemeinsam lösen oder es allein üben lassen. Da diese Art des Lernens zum Großteil ein selbstständiger Vorgang ohne direkte Betreuung ist, ist sie auch besonders günstig und erfordert wenig Aufwand. Allerdings ist auch gerade diese fehlende Betreuung das größte Problem. Spontan auftretende Fragen, Klärung von Missverständnissen oder alternative Lösungsvorschläge sowie ein individuelles Eingehen auf das Kind sind dabei weniger möglich, ebenso wie psychologische Betreuung bei bereits durch die Defizite entstandenen seelischen und psychischen Problemen.

Flexibler, persönlicher und spontaner ist da schon ein Nachhilfelehrer, die zu Ihnen ins Haus kommt und privat Nachhilfeunterricht gibt. Hier ist die Bandbreite der Angebote sehr groß. Studenten sind meist am günstigsten und können vom Schüler oft eher als ein Freund anstatt als ein Lehrer angesehen werden. Sie stehen noch gut im Stoff  für ältere Schüler, sind jedoch didaktisch oft nicht gut bewandert, d.h. sie kennen den Stoff, können ihn aber nicht gut genug vermitteln.
Professoren sind für ältere Schüler didaktisch und stofflich gesehen sicher eine bessere Alternative, wobei auch hier die Möglichkeit besteht, dass der an Studenten gewöhnte Professor nicht genug auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingehen kann und zu viel von ihm erwartet und es somit eher noch unter Druck setzt. Zudem lassen sich Professoren ihren Unterricht meist richtig gut bezahlen.
Am meisten zu empfehlen für die private Nachhilfe in Deutsch, Mathe etc. ist ein ehemaliger oder aktiver Lehrer. Diese kennen den Lernstoff, den Ihr Kind zu bewältigen hat, inkl. verschiedener Lernmethoden und Arbeitsstrategien sowie die alltäglichen Sorgen und Nöte, mit denen sich Schüler heutzutage rumschlagen müssen, und können gut darauf eingehen. Allerdings könnte ihr Kind voreingenommen sein gegen einen Lehrer und ihn von vornherein ablehnen. Außerdem sind pensionierte Lehrer auch oft nicht mehr ganz mit den neueren Lern- und Unterrichtsmethoden vertraut und können bei Ihrem Kind Verwirrung erzeugen.

Als dritte Möglichkeit bietet sich Ihnen die Chance über ein Nachhilfeinstitut. Diese Institute bieten in ihren eigenen Räumlichkeiten Nachhilfe für Schüler in vielen Fächern und für alle Klassenstufen an.  Hier kann Ihr Kind in meist kleinen Gruppen den aktuellen Schulstoff üben, aber auch alte Problembereiche aufarbeiten. Es hat stets einen Ansprechpartner, der sich in der Materie und den typischen Problemen der Schüler auskennt, und kann in der Gemeinschaft der anderen Schüler Selbstvertrauen und Kompetenzen aufbauen. Außerdem haben diese Institute für Schüler aller Klassenstufen und Schularten bereits erprobtes Arbeitsmaterial (Übungsblätter, Lernhilfen, Lernspiele, Schulbücher, …) zur Hand und können somit flexibel und effektiv auf die verschieden Themenbereiche der problematischen Schulfächer eingehen. Nachteilig ist bei dieser Variante, dass zuerst der Weg ins Nachhilfeinstitut auf sich genommen werden muss und dass das Ganze natürlich auch seinen Preis hat. Außerdem sind Sie hier an, wenn auch meist kurze, Kündigungsfristen gebunden.

Sie sehen, bei der Wahl der Lernhilfe ist vieles zu beachten, und Sie sollten gut überlegen, welche Methode für Ihr Kind die sinnvollste ist. Besonders zu beachten sind starke Probleme in den Hauptfächern, also wenn Ihr Kind Nachhilfe in Mathe, in Deutsch und/oder in Englisch benötigt, da diese wichtig für die Versetzung sind. Diese Fächer stehen natürlich vor schlechten Noten in den Nebenfächern und sollten zuerst angegangen werden.
Beachten Sie unbedingt auch, ob Ihr Kind einfach „nur“ einige Dinge nicht verstanden hat oder allgemein einfach langsamer lernt oder ob vielleicht noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Denn wenn ein Kind unter einer Wahrnehmungsstörung oder einer Aufmerksamkeitsstörung leidet (ADS, ADHS etc.) oder starker psychischer Belastung ausgesetzt ist oder war, dann reicht eine herkömmliche Nachhilfe nicht aus. Vor allem in Deutsch und Mathematik sind LRS (Lese-Rechtschreibschwäche) und Dyskalkulie (Rechenschwäche) immer stärker verbreitet und sollten in einem dafür spezialisierten Institut therapiert werden, damit IhrKind auch wirkliche Chancen auf Erfolg hat. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihr Kind weitreichendere Probleme hat, dann wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt oder einen örtlichen Schulpsychologen, diese helfen Ihnen dann weiter.

Egal, wie Sie sich entscheiden und welchen Weg Sie und Ihr Kind gehen, um ihm den Schulweg zu erleichtern – ein Gespräch mit dem Klassenlehrer/Fachlehrer ist unerlässlich. Schließlich kennt dieser Ihr Kind schulbezogen am besten.


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Category: Beruf & Karriere, Kinder & Familie, Wissen & News

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